Gorilla Trekking Uganda – Ein Erfahrungsbericht und Tipps

Gorilla Trekking Uganda im Bwindi im Rushaga Gebiet
19 Mär
2017

Es ist der Traum fast jeden Naturliebhabers und Afrikareisenden einmal den majestätischen Tieren , den Gorillas, Auge in Auge gegenüber zu stehen. So ein Erlebnis ist viel mehr als „nur“ reine Tierbeobachtung. Wenn man in die Augen dieser sanften Riesen schaut, erkennt man sehr viel von uns Menschen. Mehr als 98% unserer Gene sind mit denen der Gorillas identisch und man bekommt ein ganz erhabenes Gefühl, wenn man diesen wunderbaren Geschöpfen aus kurzer Entfernung gegenüber steht. Oftmals kommen Sie bis auf wenige Zentimeter heran oder berühren den Besucher sogar. Viele können dieses Erlebnis oft nicht einmal in Worte fassen.

Doch zuerst von Beginn an. Wer eine Safari in Uganda oder eine Rundreise durch das Land plant bei dem dar ein Besuch bei den Primaten nicht fehlen. Neben den Gorillas ist auch ein Schimpansen Trekking schon fast Pflicht. In Uganda leben mehr als die Hälfte der weltweit existierenden Berggorillas.  Deshalb eignet sich das Land auch hervorragend für einen Besuch bei den Gorillas.

Die Top 5 Plätze für das Gorilla Trekking

Es gibt in Uganda 5 verschiedene Ausgangspunkte für Gorilla Trekking. Dies ist vor allem Wichtig zu wissen, da es sich empfiehlt die richtige Unterkunft zu wählen. Ansonsten erlebt man eine böse Überraschung wenn man am Morgen des Trekkings eine mehrstündige Autofahrt vor sich hat, um den Ausgangspunkt für die Wanderung in den Regenwald zu erreichen.
4 Stationen liegen im Bwindi Nationalpark. Der bekannteste Ausgangspunkt ist Buhoma, wo man auch die meisten Unterkünfte findet und welcher sehr gut zu erreichen ist. Daneben gibt es noch Ntungamo, Rushaga und Ruhinga. Rushaga eignet sich für jene sehr gut, welche am Tag nach dem Trekking in einem Tag zurück nach Entebbe oder Kampala möchten. Die 5. Station liegt im Mgahinga Gorilla Nationalpark.

Bei der Planung gilt es auf jeden Fall zu beachten, für welches Gebiet das Gorilla Permit gelöst wird, damit auch die korrekte Unterkunft gewählt wird.

Anreise zum Gorilla Trekking

Im Land der Vulkanberge und des Dschungels sind die Gorillas zu Hause.  Man erreicht die einzelnen Stationen entweder während einer Rundreise als Folgestation des Queen Elisabeth Nationalparks oder auf der anderen Seite von vom Lake Mburo Nationalpark oder auch von Ruanda aus. Für Menschen die wenig Zeit haben ist ein Flug von Entebbe aus vorgesehen. Die Anreise mit dem Flugzeug eignet sich für jene welche die Gorillas als Zwischenstation nutzen für eine Kombination mit anderen afrikanischen Safari Ländern. Als Beispiel möchte ich Rushaga anführen, da man über Buhoma bereits sehr gute Erfahrungsberichte im Internet findet.
Schon der Weg in das Gorilla Gebiet ist abenteuerlich. Langsam verändert sich die Landschaft und wird hügliger. An den steilen Hängen haben die Einheimischen bis hin zu den Gipfeln terrassenförmige Felder angelegt. In kleinen Zelten übernachten die Bauern, um nicht täglich den beschwerlichen Wege auf sich nehmen zu müssen. Je näher man dem Bwindi Nationalpark kommt desto höher werden die Berge. In Serpentinen schlängeln sich die Wege um die Berge.  Wir sind froh hier einen erfahrenen Fahrer an unserer Seite zu haben.  Auf der Seite des Weges geht es steil bergab. Vor uns hat ein alter Transporter eine Panne. Der Weg ist an dieser Stelle unterspült vom Regen und der Transporter kann weder vor noch zurück. Der rutschige und durch die Feuchtigkeit schmierig gewordene Untergrund verhindert ein Weiterkommen des Transporters. Gekonnt umfährt unser Guide das Fahrzeug. Langsam werden die Felder auf den Bergen immer weniger und vom Regenwald abgelöst. Spätestens jetzt merkt man, dass man sich im Gebiet der Berggorillas befindet. Der aufsteigende Nebel aus dem dichten Regenwald versprüht eine ganz außergewöhnliche  Stimmung und bietet herrliche Fotomotive. Am späten Nachmittag kommen wir schließlich bei unserer Unterkunft an.  Bilder in der Lodge zeugen davon, dass die Gorillas auch gerne bei der Lodge vorbeischauen. So etwas wäre natürlich auch für uns ein unvergessliches Erlebnis. Unser Guide erklärt uns, dass sich bei den einzelnen Gorilla Familien in der Nähe immer Ranger aufhalten. Einerseits zum Schutz und andererseits, um immer genau informiert zu sein wohin sich die Gorilla Gruppe bewegt.

Der große Tag – Ablauf des Gorilla Trekkings

Am Morgen gegen etwas 06:00 Uhr stehen wir auf und treffen uns zum gemütlichen Frühstück. Anschließend wird werden die notwendigen Sachen gepackt. Zur Packliste etwas später mehr. Um etwa 07.30 Uhr begeben wir uns zum Ausgangspunkt für das Trekking. Der letzte Toilettengang wird erledigt und dann treffen sich alle Teilnehmer. Für die Besucher gibt es ein kleines Informationszentrum mit Sitzgelegenheiten Informationstafeln in englischer Sprache. Draußen warten an diesem Tag schon etwas 15 Träger. Nun lernen wir unseren Gorilla Guide Catherine kennen. Welche Überraschung, eine Frau wird unser Guide im Feld. Zusammen bekommen wir eine 15 minütige Einweisung mit Verhaltensregeln und Erklärungen zum Ablauf. Schlussendlich wird jeder Teilnehmer gefragt ob er sich auch gesund fühle. Den Achtung nur wenn man fit und gesund ist darf man die Gorillas auch besuchen. Wer beispielsweise eine starke Erkältung hat, dem könnte der Besuch verwehrt werden, um die Gorillas nicht zu gefährden. Nachdem die Formalitäten geklärt sind, können sich die Teilnehmer noch adjustieren. Hier gilt das Zwiebelschalenprinzip.

Packliste bevor es los geht
Bevor wir nun endlich losstarten noch einige Tipps zur Ausstattung. Was benötigt man?
Ganz wichtig ist das Permit (wird meist vom Guide übergeben) und der Reisepass. Bitte vergessen Sie nicht Ihren Reisepass in der Aufregung!

Kleindung:
Wie schon erwähnt hier empfehlen sich mehrere Schichten wie bei einer Zwiebel. Lange Wanderhosen, T-Shirt, Pullover, Jacke, Regenjacke und Regenhose und vor allem gute Wanderschuhe / Trekkingschuhe. Wichtig sind auch Gamaschen und Handschuhe. Eine Kappe oder ein Hut sind ebenfalls zu empfehlen.
Gerade morgens ist es teilweise noch kühl. Je nach Wetterlage muss die Regenjacke oder Regenhose natürlich noch nicht übergezogen werden. Aber man darf nicht vergessen man befindet sich hier im Regenwald und so kann es ganz schön feucht werden. An sonnigen Tagen können die Regensachen getrost im Rucksack verbleiben.

Tipp: Die Handschuhe zählen für mich zu einem der wichtigsten Dinge beim Gorilla Trekking. Man darf nicht vergessen im Regenwald gibt es viel Gestrüpp mit Dornen bis hin zu 2 Metern hohen Brennnesseln. Hier erweisen sich die Handschuhe als extrem hilfreich.

Weitere Ausrüstung:

  • Wanderstöcke sind kein Muss und es können auch welche vor Ort geliehen werden. Auch Handschuhe sind teilweise zu leihen falls man diese vergessen hat.
  • Moskitospray / Mückenschutzmittel
  • Sonnenschutzmittel
  • Viel Wasser – das Auf und Abwandern ist anstrengend und genügend Wasser ist hier ein „Muss“
  • Obst oder Müsliriegel sollte man ebenfalls dabei haben
  • Und natürlich die Kamera mit Ersatz Akku und Speicherkarte nicht vergessen

Es geht los….
Wer möchte kann sich für rund 20 USD noch die Dienste eines Trägers versichern. Ich selbst dachte zu Beginn, dies ist eigentlich nicht notwendig. Jedoch wollte ich die Einheimischen unterstützen und wählte so George als meinen Träger aus. Es war gut investiertes Geld! Nicht wegen dem Tragen des Rucksackes, welcher ohnehin nur wenige Kilogramm wog. Nein seine Hilfe beim Aufsteigen / Überqueren von Bächen war eine enorme Hilfe. Stets reichte er mir seinen helfenden Arm, bog Dornenbüsche und Brennnesseln zur Seite. Und zu guter Letzt achtete er auf meinen Rucksack während wir bei den Gorillas waren. Aber alles der Reihe nach.
Vom Startpunkt führte ein schmaler Pfad in den Regenwald. Unser Guide und ein bewaffneter Ranger waren per Funk mit den Guides verbunden, welche schon nachts aufgestiegen sind, um unserer Gorilla Gruppe zu folgen. Sie gaben die Richtung vor und navigierten uns in die richtige Richtung. Catherine unser Guide schlug mit dem großen Messer / Machete immer wieder Schneisen in das Gestrüpp damit wir passieren konnten. Immer wieder hielten wir kurz an und Sie gab uns Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt im Regenwald. Die kurzen Pausen waren auch hervorragend damit wir wieder etwas Wasser zu uns nehmen konnten. Nach einer guten Stunde kamen erste Zweifel auf ob wir die Gorillas auch wirklich zu sehen bekommen. Die Gorilla Familie schien sich auf und ab zu bewegen. Doch Catherine hatte immer ein zuversichtliches und beruhigendes Lächeln für uns.

Bei den Gorillas im Wohnzimmer

Und dann war es endlich soweit. Man hörte das erste Rascheln und durch die Blätter blitzte etwas Schwarzes durch. Die ganze Gruppe wurde angehalten und nun konnten wir uns noch schnell etwas stärken und unsere Kameras bereit machen. Der Rucksack kann getrost beim Träger verbleiben, der auf die Sachen Acht gibt. Sie alle warten nun und nur die Teilnehmer und der Ranger bewegen sich weiter.
Langsam wandern wir dem Rascheln entgegen. Und tatsächlich hier taucht der erste Gorilla auf. Gemütlich sitzt er und verspeist eine Grünpflanze. Die ersten Fotos werden gemacht. Unsere magische Stunde bei den Königen des Regenwaldes hat begonnen. Der Untergrund ist rutschig und man steigt auf Pflanzen umher. Und plötzlich geht es schnell. Rings um uns herum tauchen die Gorillas auf. Eine Mutter mit einen kleinen Gorilla Baby am Rücken hält 1 m vor uns an und richtet sich auf. Hinter mir schwingt sich ein junger Gorilla von einem Ast herunter. Mitunter wusste ich gar nicht mehr wohin man schauen sollte. Zu Beginn habe ich glaub ich nur mit dem Sucher im Anschlag ein Foto nach dem anderen gemacht. Aber nach einigen Minuten beginnt man zu genießen. Ein Blick in die Augen dieser majestätischen Tiere lässt mich Gänsehaut verspüren. So ähnlich wie wenn man manchen Menschen in die Augen schaut.
Die Gruppe bewegt sich bergab und so müssen auch wir unseren Standort mehrmals wechseln. Und dann tauchte urplötzlich der Silberrücken vor uns auf. Bei mir stellt sich eine große Ehrfurcht vor diesem mächtigen Geschöpf ein. Man merkt sofort wer hier der Boss der Gruppe ist. Er duldet uns als stille Besucher in seinem Zu Hause. Normalerweise ist man rund 7 Meter von den Gorillas entfernt. Die wurde uns zumindest von unserem Guide so erzählt. Die Wirklichkeit liegt allerdings ganz anders. Die Abstände variieren und manchmal beträgt der Abstand weniger als 1 Meter. Catherine erklärte uns noch, wenn sich ein Gorilla nähert solle man eine gekrümmte Position einnehmen und zum Boden blicken, damit der Gorilla weiß, dass man keine Bedrohung ist.
Wunderbar schwingt sich ein Gorilla Baby auf einem Ast und schaukelt ganz verspielt. Die Stunde ist fast um und nun erfahren auch wir, dass es an der Zeit ist zu gehen. Der Silberrücken beginnt unruhig zu werden und fällt vor unseren Augen einen jungen Baum. Mit seinem ganzen Gewicht hängt er sich an dem Baum auf, bis dieser nachgibt und bricht. Es war an der Zeit uns von dem „Wohnzimmer“ der Gorillas zurück zu ziehen. Diese magische Stunde ist wahnsinnig schnell vergangen und es kam mir nur wie wenige Minuten vor.
Langsam wandern wir zurück, wo ich wieder auf George meinen Träger getroffen bin. Ein Gefühl der Zufriedenheit, des Erfolges und des Respektes begleitet mich auf meinem Rückweg. Glücklich kommen wir nach 1,5 Stunden Rückwanderung wieder am Ausgangspunkt an. Dankbar gab ich George die 20 USD und noch etwas Trinkgeld. Der freundliche junge Mann bedankte sich dreimal bevor er sich verabschiedete.

Das Gorilla Zertifikat

Noch einmal trifft sich die Gruppe. Die ersten Erlebnisse werden ausgetauscht und Catherine unser Guide weist uns noch einmal auf die Wichtigkeit des Schutzes der Berggorillas hin. Dann wird jeder Teilnehmer noch einmal aufgerufen und erhält sein Zertifikat, dass Gorilla Trekking erfolgreich absolviert zu haben. Man ist jetzt sozusagen ein Botschafter für den Erhalt der Gorillas, als unverzichtbare Art auf unserer Erde. Zum Schluss legt die Gruppe noch für ein Trinkgeld für unseren Guide im Feld zusammen und auch für die Ranger welche schon zuvor die Gruppe für uns aufgespürt haben.
Am Nachmittag geht es dann wieder zurück zu unserer Unterkunft wo wir alle die Erlebnisse dieses Tages bei einem guten Essen und einem Glas Wein noch einmal Revue passieren lassen.

Gorilla Trecking Kosten – Was sind die Kosten für die Gorilla Permits
Ja es ist nicht günstig – aber es war jeden Cent / Euro oder Dollar wert. In Uganda betragen die Kosten rund 600 USD. Derzeit garantiert bis Juli 2019. Für die Gorilla Habituierung rund 1500 USD.
In Ruanda wiederum ist das Permit mit 1500 USD am Teuersten. Zu vergessen ist natürlich aber auch nicht, dass man noch den Transport und die Übernachtungen in der Unterkunft benötigt.

Mindestlater Gorilla Trekking – Uganda und Ruanda
Um die Gorillas besuchen zu dürfen beträgt das Mindestalter in Uganda 15 Jahre und in Ruanda 16 Jahre. Ausnahmefälle sind teilweise in Uganda möglich, wenn man mit den Eltern unterwegs ist.
Das Mindestalter für einen Gorillabesuch ist aus Sicherheitsgrüngen notwendig.

Gorilla Habituierung:
Relativ neu ist die Gorilla Habituierung. Hier ist man nicht nur 1 Stunde bei den Gorillas zu Besuch sondern etwa 4 Stunden. Man wandert hier zu einer Gruppe welche noch nicht an den Menschen gewohnt ist und hilft so mit, diese für den „sanften“ Tourismus vorzubereiten. Meist sind die Gruppen tiefer im Regenwald und so ist hier entsprechende Fitness gefordert. Belohnt wird man aber mit Primaten welche, noch ganz ursprünglich in Ihrer Art sind und man kann wesentlich mehr Zeit bei den Gorillas verbringen.
Die Kosten sind hier allerdings auch recht beachtlich. Kostet ein Permit dafür 1500 USD. Die Gruppengröße der Teilnehmer ist zumeist auf nur wenige Teilnehmer beschränkt. Der Besuch bei den Gorillas ist auf etwa 4 Stunden festgelegt.

Möchten auch Sie dieses einmalige Erlebnis – Once in e lifetime – selbst erleben? Dann stöbern Sie doch ein wenige bei unseren Uganda Safaris oder fragen uns nach Ihrem individuellem und maßgeschneiderten Angebot. Wunderbar lässt sich so eine Erfahrung auch mit einer Safari in Kenia kombinieren.

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